Der BUND zur geplanten Verschiebung von Atommüll von Obrigheim nach Neckarwestheim

Stuttgart. Eine klare Absage erteilt der BUND den Überlegungen der EnBW, die hochradioaktiven Abfälle aus dem AKW Obrigheim ins Standortzwischenlager Neckarwestheim zu bringen. „Mit dieser Entscheidung würde ein Präzedenzfall geschaffen, der Atommüllverschiebungen zwischen den Kraftwerksstandorten zur Folge hätte. Nach diesem Muster könnte dann statt dem derzeit diskutierten Bau eines weiteren Zwischenlagers am AKW Biblis der dortige Atommüll zum Beispiel einfach nach Neckarwestheim oder Philippsburg gebracht werden. Aber jeder Castor-Transport birgt enorme Risiken“, erläutert BUND-Landesvorsitzende Dr. Brigitte Dahlbender.

Die EnBW hat den Bau eines Standortzwischenlagers über Jahre hinausgezögert. Der Antrag war zwar 2005 eingereicht worden, wurde aber nicht mit Nachdruck weiterverfolgt. Dass der Rückbau aufgrund des fehlenden Zwischenlagers langsamer vonstatten gehen kann als gewollt, ist ein von der EnBW selbst verursachtes Problem. „Nun als oberstes Ziel herauszustellen, den Standort Obrigheim so schnell wie möglich atommüllfrei zu machen und die Grüne Wiese präsentieren zu können, dient nur dazu, der Atomkraft ein sauberes Image zu verpassen. Es gibt aber keine Lösung für den Umgang mit dem über Jahrtausende strahlenden Atommüll“, betont Dahlbender.

Der BUND spricht sich dafür aus, die derzeit gültige Regelung des Atomgesetzes beizubehalten. Das Gesetz sieht vor, dass der hochradioaktive Atommüll an dem Standort zwischengelagert wird, an dem er entstanden ist. „Durch die Lagerung am Standort können gefährliche Atomtransporte vermieden werden. Dabei sollte es auch bleiben“, so Dahlbender. Die BUND-Landesvorsitzende forderte die Landesregierung auf, statt der Organisation von Castor-Transporten durch das Neckartal die EnBW dazu zu verpflichten, endlich ein ordentliches Zwischenlager am Standort Obrigheim einzurichten.

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