Aufruf zur Mahnwache am Tschernobyl-Jahrestag

Die Initiative AtomErbe Obrigheim ruft zum 31. Tschernobyl-Jahrestag am 26. April wieder zur Mahnwache von 18:00 bis 18:30 Uhr auf dem Kirchplatz in Mosbach auf, um der Opfer der damaligen Atomkatastrophe zu gedenken sowie auf die Gefahren und Risiken der Atomenergie hinzuweisen und die Abschaltung aller Atomanlagen zu fordern.

Mit Risiken behaftet sieht die Initiative auch den von EnBW geplanten Transport der hochradioaktiven abgebrannten Brennelemente aus dem AKW Obrigheim ins Zwischenlager in Neckarwestheim, über den bei der Mahnwache auch gesprochen werden soll. Wie bereits bekannt ist, sollen die 15 Castorbehälter, aufgeteilt auf fünf Fahrten, per Schiff auf dem Neckar transportiert werden. Da laut Auskunft von EnBW das Befüllen eines Behälters im AKW Obrigheim mehrere Tage dauert, müssten pro Transport die ersten beiden Behälter eine Woche oder länger auf die Abfertigung des dritten Behälters warten. Laut Auskunft vom baden-württembergischen Umweltministerium sollen die beladenen Behälter im Freien auf dem Anlagengelände bereitgestellt werden, bis alle drei Behälter auf das Schiff gebracht werden können. Bis alle 15 Behälter abgefertigt wären, würden demnach wochenlang mit hochradioaktivem Atommüll gefüllte Behälter im Freien stehen.

„Wenn man bedenkt, dass selbst die Zwischenlager, wo die Castorbehälter in Stahlbetonhallen stehen, nicht als wirklich sicher angesehen werden, wäre dies ein unglaublicher Vorgang“, so Gertrud Patan von der Initiative AtomErbe Obrigheim. Zuständig für die Genehmigung der Lagerung der Castorbehälter auf dem Anlagengelände des AKW Obrigheim ist das Umweltministerium Baden-Württemberg. Für die Transportgenehmigung ist das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) zuständig und für die Fahrt des Transportschiffs die Wasserstraßen- und Schifffahrtsämter sowie die Wasserschutzpolizei. Die Zersplitterung der Genehmigungen und die Verteilung auf verschiedene Behörden bedeutet auch eine Zersplitterung der Verantwortung und ist aus Sicht der Initiative ein Mangel im Genehmigungsverfahren. Die Initiative AtomErbe Obrigheim hält es für untragbar, dass der hochradioaktive Atommüll im Freien gelagert werden soll und dass es offensichtlich keine staatliche Stelle gibt, die den Überblick hat und die Gesamtverantwortung für den Transport übernimmt.

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